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		<title>Stimmen im Wind</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 10:31:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt sie, die Stimmen im Wind. Sie sind fern und nicht deutlich hörbar. Sie verlieren sich. Soeben verschwinden sie gänzlich, da der Verkehr mich ablenkt und ich konzentriert und kräftig in die Pedalen meines Fahrrads treten muss. Der nächste Termin bei einer Klientin hat schon vor 10 Minuten begonnen. Aber ich nehme sie wahr, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt sie, die Stimmen im Wind.</p>
<p>Sie sind fern und nicht deutlich hörbar. Sie verlieren sich. Soeben verschwinden sie gänzlich, da der Verkehr mich ablenkt und ich konzentriert und kräftig in die Pedalen meines Fahrrads treten muss. Der nächste Termin bei einer Klientin hat schon vor 10 Minuten begonnen. Aber ich nehme sie wahr, diese Stimmen. Jeden Tag sind sie da und in der Nacht, anders, aber deutlicher. Es sind Stimmen, die in mir Sehnsucht und Schmerz hervorrufen. Sie kommen einfach daher, aus verschiedenen Ecken und Sphären. Sie begleiten mich, wie ein andauernder sanfter Wind.</p>
<p>Manchmal sind es Kinderstimmen. Sie, die Kinder lachen und rufen sich etwas zu. Ich kann es nicht verstehen, aber ich kenne die Kinder und kenne ihr Spiel. Die Grimmer Straße, auf 300 Meter Länge, gehört noch den Kindern. An einem Sonntagnachmittag. Es ist nicht unbedingt ein schöner Tag. Nasskalt ist es draußen, aber die Kinder der Straße treffen sich trotzdem. Das wird vorab per Zuruf aus den Kinderzimmerfenstern vereinbart. Und wer nicht zum üblichen Zeitpunkt am Fenster erscheit, der wird hinausgeklingelt, auch wenn das Gemecker der mittags ruhenden Eltern unüberhörbar ist.</p>
<p>Und auf dem Gehsteig da sehe ich sie rennen und höre das schnelle Knirschen der Gummisohlen auf dem Asphalt und das Klatschen ihres Schlagabtauschs. Es gibt Teams. Und die Großen bestimmen die Regeln. Aber die Kleinen nehmen das in Kauf. Sie wollen einfach nur mitspielen. Und sie laufen um die Wette und müssen Stationen überwinden, die die Straße ihnen bietet. Steinchen müssen zielsicher in die Mülltonne geworfen werden, auf einem Bein drei Gehwegplatten übersprungen werden und mit armlangen Stöckchen sollen Porträts in den feuchten Boden geritzt werden. Zu gewinnen gibt es nichts. Aber wer zu lahm ist, kriegt den Spott der anderen Kinder zu spüren. Und sie kreischen vor Aufregung und Ungeduld, fallen sich freudig in die Arme, jagen sich hinterher bis einer weint oder es draußen dunkel wird.</p>
<p>Stundelang möchte ich ihnen zuhören. Ich möchte wieder mit ihnen spielen. Ich möchte wieder mit ihnen rennen. Ich möchte zu ihnen. Aber niemand ist mehr da. Nur Frau Peters wird wie immer um diese Zeit an ihrem Fenster hocken. Darüber ist sie dreißig Jahre älter geworden, graues Haar und neben ihr sitzt nicht mehr Herr Peters sondern der Kater Karlchen. Und zusammen starren sie auf die befahrene Straße. Die Autos kommen jetzt im Minutentakt vorbei, kein spielendes Kind mehr weit und breit, aber überall Pflastersteine, ordentlich und flächendeckend ausgelegt. Alles sauber.</p>
<p>Und mit diesen Stimmen im Ohr, ist der Wunsch so drängend, ich will wieder ein Kind sein. Ich will wieder glauben können, dass beim Schwur einer ewigen Freundschaft, es keine Umstände und Zwänge gibt, die das unmöglich machen. Ich will die Geborgenheit zurück, die im Duft von frisch gewaschen Bettlacken, wehend im kühlen Frühlingswind liegen. Ich möchte den Schutz fühlen, der sich unmerklich einstellt, wenn das Kind spielend in der Mittagssonne das dumpfe Klappern der Teller und Kompottschallen vernimmt und irgendwo in der Ferne das Gackern der Hühner zu hören ist.</p>
<p>Und dann höre ich zuweilen die Stimmen der Toten. Meistens die Stimme der Großmutter. Sätze, die mich wie Mantras begleiten und mich zum schmunzeln bringen. Wenn ich mal wieder lustlos zum Sport gehe, höre ich sie beim Eintreten in den vollen Umkleideraum sagen: „Sport ist Mord“ und „Gartenarbeit ist der beste Sport. Da haste frische Luft und allet“. Und ich denke, recht haste, wenn ich mir die dicht gedrängten nackten Körper ansehe und kaum die dicke, schwitzige Luft einatmen kann. Aber ganz glauben kann ich ihr nicht, wenn ich ihr zusehe, wie sie gleichzeitig dasteht, sich extra resolut aufrichtet am alten Herd und rührt, und dabei wie selbstverständlich ihr viel zu gewichtiger Po wackelt. Und dann ist ihre Stimme wieder verschwunden. Bald darauf kommt sie wieder, als ich mir die Zähne putze und meinen Kiefer nur unter Schmerzen öffnen kann. Ich werde ärgerlich und will im Ärger sagen, aber höre sie zu mir sprechen: „Wenn ich nur ein Mittel wüsst gegen diese Arschgebrechen. Haste n’ guten Tipp?“ Das sagt sie häufiger und ebenso kraftvoll in den letzten Wochen vor ihrem Ableben. Ich schmunzele in den Spiegel und leider habe ich keinen guten Tipp. Gerne hätte ich einen für sie gehabt, aber gegen das Erlahmen der Knochen und dem Versagen des Herzens ließ sich keiner finden.</p>
<p>Sie fehlt mir.</p>
<p>Nur für eine Stunde noch möchte ich in ihrer Küche sitzen, das brutzelnde Fett in ihrer alten Eisenpfanne hören, die Spuren ihrer abgearbeiteten Hände verfolgen, während sie mir ihre eigenbrötlerischen Weisheiten über Horst Meier und Erna Mischke erzählt. Aber auch sie ist einfach nicht mehr da. „Machs gut“, bleibt mir noch zu sagen. „Machs besser“ wird sie ganz sicher antworten. Sie flüstert es mir heute noch ins Ohr.</p>
<p>Und jetzt wieder die Stimme des Abwesenden. Ich trete noch kräftiger in die Pedalen. Ich muss mich auf das Hier konzentrieren, muss mein Leben machen. Diese Stimme soll wieder verschwinden. Es kommt alles so dicht. Die letzte Zärtlichkeit. Das letzte gemeinsame Lachen. Wo bist du? Warum sprichst du mich noch immer an? Ich möchte dich sehen. Ich kann dich nicht sehen. Und doch will ich ihn hören, den Klang jener weichen Stimme und die Sätze, die mich zärtlich umhüllten. Da fühlte ich mich noch besonders.</p>
<p align="center"><em>Vorbei – verjährt</em></p>
<p align="center"><em>Doch nimmer vergessen.</em></p>
<p align="center"><em>Ich reise.</em></p>
<p align="center"><em>Alles, was lange währt,</em></p>
<p align="center"><em>Ist leise.</em></p>
<p align="center"><em>(aus J.Ringelnatz: Ich habe dich so lieb!)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Märchen von dem schönen Ort, wo sich Säufer, Künstler, Weltenbummler und Wahnsinnsgetriebene gute Nacht sagen</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 00:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bumsfallera or FlashLight]]></category>
		<category><![CDATA[Durchschaukler]]></category>
		<category><![CDATA[Kackehaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal zu einer Zeit, wo nichts mehr gut war und nichts mehr gut wurde. Die ganze Welt war voller stinkender Kackehaufen und unerfüllten Wünschen. Die Kackehaufen rochen hier und da ganz unterschiedlich, aber angenehm waren sie nie. Und die unerfüllten Wünsche bedeuteten für die Mehrheit der Bewohner große Not und Elend, während ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einmal zu einer Zeit, wo nichts mehr gut war und nichts mehr gut wurde. Die ganze Welt war voller stinkender Kackehaufen und unerfüllten Wünschen. Die Kackehaufen rochen hier und da ganz unterschiedlich, aber angenehm waren sie nie. Und die unerfüllten Wünsche bedeuteten für die Mehrheit der Bewohner große Not und Elend, während ein paar wenige sich darüber glücklich meinten, dass sie sich alle Wünsche erfüllen konnten, nur weil sie Dinge hatten, die die vielen anderen nicht hatten. Dabei handelte es sich aber auch nur um stinkende Kackehaufen. Also zu jener Zeit haben die wenigsten diese stinkenden Kackehaufen überhaupt erkannt. Darüber wollte man hinwegsehen, denn wer will schon stinkende Kackehaufen in der Hand halten? Das war damals auch nicht anders als heute. Aber wie das so ist, wenn einer sagt, das ist kein Kackehaufen und es ihm gelingt zu zeigen, dass dieses braune Etwas zum Vorteil und Nutzen für alle ist, na dann ist es eben kein stinkender Kackehaufen mehr, sondern ein wohlschmeckendes Stück Schokotorte oder ein leckerer Schokopudding, je nach Konsistenz und Qualität des vermeintlichen Kackehaufens. Das ist eigentlich wie mit dem aus Pommern stammenden Leckerbissen namens Tollatsch. Da sagt einem auch keiner, was da wirklich drin ist. So ein kleines Bällchen schmeckt angeblich wie Lebkuchen, aber besteht nur aus etwas Mehl, vermengt mit Schweine- oder Gänseblut.</p>
<p>Natürlich gab es auch Bewohner in dieser Zeit, die jene Kackehaufen ganz deutlich gesehen haben und die genau wussten, dass viele ihrer Wünsche nicht zur Debatte standen, weil es in dieser Welt eben nicht um die Erfüllung von wirklich gewünschten Wünschen ging, sondern um Kackehaufen, die wenige reich und gefräßig, und viele arm und krank machten. Und diese wenigen Antikackehaufendenker oder sogar -aktivisten haben dann versucht, sogar atemlos dafür gekämpft nicht all zu viele von den Kackehaufen abzubekommen. Dennoch reintreten mussten sie alle mal, ob sie nun wollten oder nicht, weil es ja nur diese Welt voller stinkender Kackehaufen gab und fliegen, also richtig wegfliegen konnte da keiner von denen. Es sei denn, sie sind so weit geflogen, mit Hilfe von sagen wir mal unterstützenden Mittelchen, die das Entfliegen wenigstens zeitweise möglich machten, oder für die ganz Entschiedenen einen Flug ins Jenseits ermöglichten.</p>
<p>Jedenfalls hatte das mit diesen Kackehaufen so heimtückisch funktioniert, dass die meisten Wesen einfach mitgemacht haben und quasi, je nach dem um welche Art von Kackehaufen es sich handelte – denn die waren nicht nur zahlreich sondern auch sehr vielfältig – diesen Kackehaufen wie Mangelware hinterher gerannt sind oder sich freiwillig damit beschmieren ließen.</p>
<p>Zugegeben, sogar für ein Märchen erscheint diese Geschichte geradezu unglaublich. Aber genauso war das.</p>
<p>Das ganze Leben drehte sich um Arbeit. Aber das waren oftmals keine Arbeiten, die für das Gemeinwohl verrichtet werden mussten und unter den Bewohnern jener Zeit gemeinschaftlich aufgeteilt wurden. Nein, so etwas gab es da nicht. Es gab ganz viele Arbeiten, die etwas mit aufpassen, kontrollieren und bestrafen zu tun hatten, weil in dieser Zeit gemeint wurde, dass ganz viel aufgepasst, kontrolliert und bestraft werden müsste. Aber diese Jobs waren nicht einfach für alle zu haben, auf die musste man sich tatsächlich bewerben und dann wurde man ausgewählt oder nicht. Aber gleichzeitig brauchten die Menschen diese merkwürdigen Tätigkeiten, weil sie dafür bezahlt wurden und mit diesem Geld konnten sie dann andere Dinge erwerben. Aber komischerweise wurden die Arbeiten unterschiedlich bezahlt, und es wird auf immer und ewig ein Geheimnis bleiben, warum zum Beispiel eine Krankenschwester, die auch im damaligen Verständnis eine wichtige Tätigkeit verrichtete viel weniger Geld verdiente als ein Bankchef. Und wer kein Geld verdienen konnte, der konnte dann auch nichts haben, weil eben nur mit Geld an alle Dinge, die der Mensch dringend brauchte oder einfach nur haben wollte, heranzukommen war. Alle haben also getan und gemacht, dass sie eine bezahlte Arbeit hatten, auch wenn die noch so monoton und beleidigend war und vor allem den ganzen Tag in Anspruch nahm. Und für Dinge, die man gerne tat, hat man sich entschuldigt oder sie gar verheimlicht, wenn sie nicht mit der Stinkewelt vereinbar schienen. Es war zum Beispiel unmöglich am Arbeitsplatz zu sagen, dass man gerne Alkohol trank, weil das schnell so hätte aussehen können, als ob man zu nichts im Stande wäre. Und die Fähigkeit zum Nichtstun war damals keine Tugend. Das war quasi eine Straftat und wurde mit Geldentzug vergolten.</p>
<p>Und schon mit der Geburt war das ganze Leben voll von irgendwelchen Tests und Prüfungen, mit denen dann bewiesen werden sollte, ob die Menschen zu etwas taugen oder nicht. Und für was die taugen sollten, das bestimmten die Mächtigen. Einfach SEIN und das Leben leben, das war nicht möglich. Und so wurde der Unmut unter den Menschen geschaffen. Jeder hat gesehen, dass er seine Schäfchen nach Hause bringt, weil die Angst groß war, dass man sonst derjenige welche war, der kein Schaf abbekommt. Denn das konnte einem tatsächlich passieren.</p>
<p>Also das Leben war wirklich ein einziger Alptraum.</p>
<p>Und in dieser Zeit lebten und wohnten die zwei mystischen Damen namens Kazi und Elszbieta. Geboren waren sie beide in der pommerschen Gegend, aber keine von ihnen hatte jemals einen Tollatsch gegessen. Dieser Täuschung waren sie nie erlegen. Dem zu entrinnen hatten bisher viele versucht, aber bis auf die beiden Damen hatte es noch keiner geschafft. Während die eine mit scharfsinnigem Blick das tote Tier im harmlosen Kloß erkennen konnte, ward der anderen die Fähigkeit gegeben sich auf ihren guten Riecher verlassen zu können. Nichts und niemand konnten ihr den Blutgeruch im Tollatsch ausreden. Neben diesen magischen Kräften, hatten sie natürlich noch andere zauberhafte Fähigkeiten, wie Feinfühligkeit, Neugier, Interesse und Mut. Aber diese Fähigkeiten konnten sie allein, jede für sich nicht ausspielen im Kampf gegen die Macht der stinkenden Kackehaufen. Denn die Kraft der Rohheit, die die Stinkewelt hervorbrachte, war stärker als die Kraft einer einzelnen mystischen Gestalt.</p>
<p>In ihren Kindertagen sind sich die beiden jedoch niemals über den Weg gelaufen, obwohl sie derselben Gegend entstammten. Sie kannten sich nicht, aber die Bewohner kannten sie. Man sagt, sie wären zwei Träumerinnen gewesen, jede auf ihre Weise. Kazi, die Rastlose wandelte durch verlassene Obstgärten und alte, leerstehende Brauereigelände, während Elzsbieta, die Seelenruhige sich sonnte auf alten Friedhöfen. Hier träumte jede für sich von einem schönen Ort, wo jeder tun und lassen kann, was er und sie und alle möchten.</p>
<p>Aber die meisten Menschen waren verschreckt von den zwei mystischen Erscheinungen. Nur die Trunkenbolde, Antikackehaufendenker und –aktivisten, Nachtgestalten, Outsider, Musikanten, Verwegenen und Straßenkünstler fühlten sich von ihrer geheimnisvollen Aura angezogen. Und auch Elszbieta und Kazi suchten die Nähe zu jenen Durchschauklern, denn ihnen allen ward ihre Warmherzigkeit gemein. Und Warmherzigkeit war der Lebenstrank unserer beiden Träumerinnen. Die Durchschaukler versorgten sie liebevoll mit ihrer Wärme, damit Kazi und Elszbieta wieder zu Kräften kommen konnten, wenn sie durch die Rohheit des Alltags wieder zu viel ihrer Magie und Zauberkraft eingebüßt hatten.</p>
<p>Aber es gab natürlich nicht viele Durchschaukler, weil sie immer wieder vertrieben worden sind. Solche Menschen wollten die anständigen Bürger nicht. Und so mussten sowohl Kazi als auch Elszbieta sparsam mit der Warmherzigkeit ihrer Freunde umgehen und suchten sie so gering als möglich auf. Und keine Zufälligkeit wollte es denn je so einrichten, dass sie sich aneinander über den Weg liefen. Wohl hatten sie von der anderen gehört, aber geglaubt, dass wäre eine liebevoll erfundene Geschichte der Freunde, damit sie sich nicht so einsam fühlten.</p>
<p>Aber einmal war der Tag gekommen, dass die beiden Damen sich begegnen sollten. Und so ward aus ihnen ein unzertrennliches Paar. Und sie schmiedeten einen Plan. In der Welt von stinkenden Kackehaufen wollten sie einen schönen Ort schaffen, wo sich Säufer, Künstler, Weltenbummler und Wahnsinnsgetriebene gute Nacht sagen. Und dafür mussten sie ungeheuerliche Hürden überbrücken. Über sieben Brücken mussten sie gehen und sieben dunkle Jahre überstehen, bis dieser Ort auch nur annähernd ihren Träumen glich.</p>
<p>Aber er ward geschaffen. Die Dame mit dem besonderen Riecher fand einen bisher noch unentdeckten Ort. Und die mit dem scharfsinnigen Blick fand heraus, was alles zu beachten ist, damit die zwei Damen den Ort auch tatsächlich für ihre Zwecke verwenden konnten. Und mit ihrer charmanten Art im Doppelpack, haben sie dann das Areal an Land gezogen und nach und nach weitere Gelder organisiert. Das war der ganze Zauber. Die Gerüchteküche hat verlauten lassen, dass die beiden sich ja nur hochgeschlafen hätten und damit ihre Seele an die Stinkewelt verkauft hätten. Aber das stimmt gar nicht, dazu waren Elszbieta und Kazi viel zu gerissen und sie hielten Sex als Tauschmittel für zu langweilig und aufwendig. Das konnten sie leichter haben, einfach weil sie etwas wollten. Und wenn sie beide etwas wollten, dann funktionierte das.</p>
<p>Und nun musste dieser schöne Ort noch zum Leben erweckt werden. Und sie fragten ihre Säufer und Künstler und Weltenbummler und Wahnsinnsgetriebene, was sie gerne machen möchten und was sie dazu bräuchten. Und es wurde ihnen besorgt. Jedoch die Damen gaben niemals ihr Geheimnis preis, wie sie das alles anstellten. Alles was sie von ihren Durchschauklern wissen mussten, waren ihre Wünsche und alles was Kazi und Elszbieta von ihnen brauchten, war ihre Warmherzigkeit. Und so wurde es ziemlich schnell ein dynamischer und humorvoller Ort, an dem sich viele verschiedene Menschen trafen, redeten und Gedanken entwickelten und auch wieder verwarfen, aber auch etliche Ideen realisierten. Und das allerbeste war, dass es immer genug Zeit und Raum gab, sich gegenseitig zu helfen und jeder hatte auch Lust dazu, weil jeder etwas konnte, was die anderen zu schätzen wussten und gerade für ihre Umsetzung einer Idee dringend benötigten. Das war alles ganz wunderbar und hatte wirklich gut geklappt, weil das allerallerbeste war, dass dieser schöne Ort die Menschen, also die Durchschaukler und unsere zwei Damen innerlich so ergriff, dass sie mehr und mehr aufeinander Acht gaben, ohne sich selbst darin zu verlieren. Denn stellt Euch vor, jeder konnte sagen, wirklich äußern, was er oder sie wünschte. Und jeder hatte genug Zeit über sich nachzudenken und darüber zu sinnieren, was man gerne anders machen möchte. Und es wurde gelacht, wenn man lachen wollte und es wurde geheult, wenn geheult werden wollte. Also die Herzensangelegenheiten wurden nicht auf ein Später oder Gar Nicht vertagt, es ei denn, dass man es so wünschte. Und Gespräche bzw. Auseinandersetzungen hielten sich tatsächlich an der Sache und wurden wirklich und ernsthaft nicht mehr als versteckte Ego- oder gar auch Mackergespräche geführt. Denn leider gab es auch unter den Durchschauklern immer wieder Äußerungen, die mehr über den Sprechenden aussagten als zum eigentlichen Thema und die zudem die angesprochene Person in eine verdrehte und manchmal auch verletzende Position rückten. „Du kannst mir jetzt nicht vorwerfen, dass ich mich nicht in Dich verliebt habe.“, war und blieb die sprachliche Glanzleistung unter der Rubrik: misslungene Kommunikation. Aber das alles gab es bald einfach nicht mehr, weil die Wirkkraft des schönen Ortes solche Fehlläufe zu verhindern wusste. Aber dennoch existierte um sie herum die Welt der stinkenden Kackehaufen, doch Elszbieta und Kazi hatten ihre Kräfte so vervielfacht, dass sie ihren schönen Ort mit allen Menschen darin, die hier einen warmen Platz finden wollten, immer wieder verteidigen und beschützen konnten.</p>
<p>Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich und zufrieden beieinander, aber natürlich ohne die magischen Kräfte der beiden betagten Damen, weil die sind jetzt alt und gebrechlich… der Lack ist sozusagen ab, und außerdem existiert die Welt der stinkenden Kackehaufen ja heute nicht mehr.</p>
<p>Gute Nacht!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
</span></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Petra im Kapitalismus &#8230; Und was nun?</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 13:28:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vielleicht gibt es noch mehrere Petras auf dieser Welt, die sich mit ähnlichen Gedanken und Fragen herumplagen. Ich kenne nur die eine und möchte Euch von ihr erzählen, weil mich da an ihr etwas beschäftigt, was uns alle irgendwie betrifft. Die Petra, so hat sie mir berichtet, ist nämlich wieder einmal sehr verunsichert vom Leben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht gibt es noch mehrere Petras auf dieser Welt, die sich mit ähnlichen Gedanken und Fragen herumplagen. Ich kenne nur die eine und möchte Euch von ihr erzählen, weil mich da an ihr etwas beschäftigt, was uns alle irgendwie betrifft. Die Petra, so hat sie mir berichtet, ist nämlich wieder einmal sehr verunsichert vom Leben. Das Leben hat sich ihr wieder so richtig in den Weg gestellt und nun muss sie sich zwangsläufig mit diesem bisschen etwas von Leben auseinandersetzen, sagt sie. Sie muss dem Ganzen wieder einmal grundsätzlich auf den Grund gehen, denn sonst ist sie es, die hier zu Grunde gehen wird.<br />
Petra ist also wieder zurück in die Vergangenheit gegangen, um eventuell zu verstehen, weshalb es ihr so schwierig vorkommt, ihr Ding in dieser Welt zu finden, sie Probleme hat sich überhaupt die Zeit zu nehmen ihr Ding zu finden und weshalb sie es überhaupt wichtig findet ihr Ding zu finden. Also dahinter steckt die Frage, wie treffen wir Entscheidungen, wann treffen wir Entscheidungen und wer schafft es überhaupt Entscheidungen für sich zu treffen? Und sie, die Petra meint eben ihre Ängste und Unsicherheiten in dieser Dingsuche würden in ihren spezifischen Erfahrungen liegen. Und das alles irritiert sie aber umso mehr, weil sie meint, dass sie von dieser Welt doch so einiges verstanden zu haben scheint, zumindest behauptet sie das ganz überzeugend von sich. Und da hat sie sich gedacht, dann könnte sie doch von allem viel leichter loslassen, sich viel leichter auf sich konzentrieren, weil das hier und jetzt doch so gar nicht ihr Ding ist, das geht sie doch alles nichts an…<br />
Petra ist noch in einer Welt aufgewachsen, wo keiner gesagt hat, oh ja, aus dir wird mal Das oder Jenes oder du sollst einmal Das oder Jenes tun, damit du dein Auskommen hast, du finanziell abgesichert bist. Und unbedingt auf die höhere Schule musst du auch nicht gehen, weil irgendwo kommt man ja schon unter, nicht? Das oder Jenes wurde von den Eltern eher gewünscht in der Absicht der eigenen Bestätigung oder des Stolzes, also dass man die Kinder wenigstens vorzeigen kann, aber einen erzieherischen Druck hinsichtlich einer Orientierung an der finanziellen Versorgung gab es nicht. Wozu auch? Unter den damaligen Verhältnissen konnte dem gehorsamen und unauffälligen Bürger schon eingeredet werden, dass für alle gesorgt ist, wenn sie sich einfach nur recht nett und fein für die Deutsche Demokratische Republik einsetzten.<br />
Und die Petra hatte zu dieser Zeit sowieso ganz andere Dinge zu tun. Da musste in den Kindergarten gegangen werden und aufgepasst werden, dass man sich keinen Leistenbruch zuzieht, weil man dann nach der Operation seine Hose und das Unterhöschen hätte ausziehen müssen, um den anderen von den Erzieherinnen neugierig gemachten Kindergartenkindern die Narbe zu zeigen, so wie es Petras Freundin ergangen ist. Und die schien daran gar kein Gefallen gefunden zu haben, so rot wie die im Gesicht war und mit Tränen in den Augen dastand. Oder sie hatte in regelmäßigen Abständen die Erzieherinnen beruhigen müssen, wenn der Papa die Petra mal wieder nicht abgeholt hatte und sie ganz allein dastand. Da hat die Erzieherin immer versucht, ihr Unbehagen zu unterdrücken, was ihr aber nicht wirklich gelang, weil sie gleichzeitig auch noch ein schlechtes Gewissen darüber hatte, dass sie angenervt war, dass sie jetzt hier wieder lange nach Feierabend warten muss, nur weil Papa Prütz wieder irgendetwas und mit sich angestellt hatte. Aber so genau wollte das natürlich keiner wissen. Da fragt man besser nicht nach und redet dem Kinde ein, dass ja gleich jemand kommen wird und dann ist ja alles wieder gut. Aber die Petra war doch nicht blöd. Die wusste ja Bescheid und dann hat sie der Erzieherin die Peinlichkeit ersparen wollen und hat ihr den Gefallen getan und ihre sinnlos beruhigenden Worte nachgeplappert, bis dann endlich die Mutter von der Arbeit herbeigeeilt kam oder eine benachrichtigte Nachbarin die Petra erlöste.<br />
Aber die Petra hatte dann auch in der Schulzeit alle Hände voll zu tun. Und ziemlich wortgetreu nach dem berühmten DDR-Kindersong: „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich zu Haus. Ich binde eine Schürze um und feg die Stube aus.“, hat die Petra ihre Haushaltspflichten erledigt. Und gleichzeitig ist sie fleißig zur Schule gegangen, wollte überall Einsen haben, während die Mutter nie verstanden hatte, warum die Petra sich so anstrengte und regelmäßig nach der Zeugnisvergabe heulend auf das Bett gestürzt ist, nur weil sie in einem Fach eine Zwei gekriegt hat. Wem will sie denn nur gefallen, hat die Mutter sich gefragt?<br />
Zudem war Petra total verliebt in den „lieben Honecker“, fand es schön, dass ihre Straße und die Häuser einen neuen, schnellen Anstrich bekommen hatten, weil der Staatschef zu ihr in die Stadt gefahren kam, um ein paar Hände auf dem Marktplatz zu schütteln. Vielleicht war sie auch deshalb in der Pionierorganisation so aktiv. Da hat sie auch vor Wahlfälschung nicht einmal halt gemacht. Die Petra meint zwar beschwichtigend von sich, dass sie ja noch sehr klein war, aber ihren Augen kann man ansehen, also wenn man da richtig hinschaut, dass sie sich selbst nicht sicher ist, wie sie sich in solchen Situationen als erwachsene Frau verhalten hätte. Die Frage kriegt sie nicht aus ihrem Kopf, aber eine Antwort darauf wird sie nicht mehr bekommen, weil sie in dieser Welt ja nun nicht mehr lebt. Aber jedenfalls hatten sie und ihre 5. Klasse innerhalb der Pionierorganisation Wahlen für den Gruppenrat abgehalten. Die Klasse hatte eindeutig eine Schulkameradin und zudem Petras beste Freundin als Gruppenratsvorsitzende gewählt, während Petra zur Schriftführerin gewählt worden war. Aber die Klassenleiterin ist dann mit den beiden erwählten Schülerinnen vor die Tür gegangen und hat den beiden einen kleinen Überzeugungsvortrag abgehalten. Die Lehrerin hat dann der eigentlichen Gruppenratsvorsitzenden erklärt, dass sie ja ganz schön schüchtern sei und die Aufgabe doch vielleicht zu viel für sie wäre, während doch die Petra in ihrer aufgeweckten Art vielmehr die Chefifunktion erfüllen könnte. Die beiden Mädchen haben nicht protestiert. Der Klasse wurde mitgeteilt, dass die eigentliche Gruppenratsvorsitzende ihren Posten an Petra abgeben möchte und Petra hatte zwar ein komisches Gefühl bei der Sache, ist aber alsbald freudig mit dem Strauß Nelken nach Hause gerannt.<br />
Und zwischen braunen, großblumigen Tapeten, knallroten Sesseln und roten Stühlen und roten Vasen in der Anbauwand und Schlagermusik natürlich im Hintergrund und ein wenig familiärem Psychoterror, aus dem ein toter Vater hervorgeht, wird Petra 11 Jahre alt bis es ganz plötzlich knallt. Also für sie hat es geknallt, weil es auf einmal hieß, dass jetzt das Leben anders verläuft. Und alle müssen mitspielen, auch wenn keiner weiß, wie die Spielregeln sind. So waren dann die nächsten Jahre so eine Art trial-and-error game. Und ihre Mutter und der Stiefvater entpuppten sich als super pokerfreudige Spieler. Da wurden Versicherungen abgeschlossen, so mitten auf der Straße, Versicherungsverträge unterschrieben, die keiner kannte und schon gar nicht brauchte. Oder Kredite wurden aufgenommen, die dann nicht abbezahlt werden konnten, weil die treuherzigen Eltern das Geld an einen Bauunternehmer namens Pleitegeier schon im voraus gezahlt hatten, weil der mit seiner traurigen Miene den Eltern erklärte, dass er Frau und Kind hat und er, der ausgebeutete Bauunternehmer noch immer auf das Geld von zwei anderen Auftragsgebern warten würde und nur wenn sie, die Eltern jetzt zahlen würden, könne er das stolz zurück ergatterte und marode Mehrfamilienhaus der Eltern fertig stellen und sich und seine Arbeiter bezahlen. Die Eltern zahlten. Das waren sie gewohnt. Das macht man so.<br />
Und hinter allem steht das Wort Hoffnung, die Hoffnung, dass das doch alles besser werden muss. Das kann doch jetzt nicht der Absturz sein! Das hat doch keiner gewollt. Die Ostsee-Zeitung und der wohlstandsfette Kohl haben doch von blühenden Landschaften gesprochen.  Tja, so wirklich hat das dann wohl nicht hingehauen, weil sonst hätte Petras Mutter wohl nicht so viele Tränen vergossen und schwarze Ränder um die Augen gehabt, sonst hätte der Stiefvater wohl nicht jeden Abend mindestens zwei Bier zu viel heimlich in der Garage getrunken, sonst hätte die Petra wohl nicht mehrmals im Dunkeln gesessen, weil der Strom angeblich vergessen worden war zu bezahlen…<br />
Aber sie machen alle weiter. Unberaten, unsicher und jeder für sich machen sie alle weiter. Die Eltern, die selbst noch in ihren Zwanzigern steckten als sie ihre Kinder bekamen und somit mit sich zu tun hatten, konnten ihrem „so passierten“ Nachwuchs nichts raten. Sie sind schlichtweg gar nicht auf die Idee gekommen. Mussten sie ja auch nicht, weil die Notwendigkeit dazu nicht dringend bestand, denn in dieser damaligen Welt namens DDR hätte man ja schon irgendetwas machen können, so die Sicht der Eltern. Sie haben ja auch irgendetwas gemacht, etwas Solides und bloß nichts Auffälliges natürlich. Und nun möchten die Eltern etwas raten, aber können noch viel weniger glaubwürdige Ratschläge geben, weil sie ihrer Tochter doch nichts vormachen können, können ihr doch nicht weismachen, dass sie in ihrer enttäuschten Liebe zum Kapitalismus und ihren naiven Handlungen darin irgendeinen klugen Ratschlag für das Kind hätten. Aber jetzt soll die Petra machen, jetzt soll das ach so kluge Ding dieses neue Leben reißen. Schön mitmachen, alles richtig machen, denn das hat sie doch wenigstens von der Familie gelernt.<br />
Und die Petra muss sich beeilen. Von allen Seiten wird ihr eingeredet, sie muss etwas Großartiges machen, sie die „Oberschlaue“ in der Familie soll es wieder gutmachen. Irgendwie fällt ihrer Familie nur die Rechtsanwaltslaufbahn ein, aber wie man das anstellt und was das überhaupt genau ist, dass weiß man im Hause Prütz irgendwie gar nicht so genau. Aber Petra wird das schon machen, die kümmert sich ja jetzt schon so fleißig um den Schriftkram der Eltern, hält als Küchenpsychologin ihren Kopf für die Familie hin und versucht nebenbei das Abitur zu schaffen in einer Schule, wo die Lehrer sich selbst erneut beweisen müssen, ob sie im neuen Staate auch die richtige Ideologie verbreiten und wo sie sich in einem Klassenverband befindet in dem sie zumindest anfänglich nicht im Ansatz erwähnen will, dass sie dem Arbeitermilieu entstammt. Da sagt einem ja keiner, dass das alles egal ist. Es kommt einfach niemand und macht klar, dass man einfach man selbst sein muss und so wie man ist, ist man genau richtig. Hier wird geprügelt mit Worten und Petra muss sich beeilen, muss das aufholen, was die anderen so selbstverständlich in ihren Köpfen zu haben scheinen. Wer sind denn Bach und Goethe und Gott bitteschön?<br />
Tja und das mit der großartigen Karrierelaufbahn für die Petra heißt natürlich nicht, dass das Mädchen sich von der Familie abnabeln soll. Wir sind doch eine Familie, klein aber fein. Die Mutter wünscht ihrem Kinde alles. Sie solle die Welt entdecken, aber doch zu Hause bleiben, sie soll sich Wissen aneignen und neugierig in die Welt schauen, aber keine anstrengenden Diskussionen mit den Eltern führen. Und auf gar keinen Fall soll die Petra die Stadt für das Studium verlassen. Hä, wieso denn das jetzt noch? Hier gibt’s doch eine Uni? Und Petra geht, heulend geht sie, denn sie hat das Gefühl die anderen einfach im Stich zu lassen und weiß nicht einmal wofür sie geht. Sie kennt kein Ziel, zieht nur mit ihren Freunden mit und ist irgendwie fest davon überzeugt, dass spätestens jetzt im Studium klar werden wird, dass sie eine Hochstaplerin ist. So eine wie sie kann keinen Universitätsabschluss schaffen. Aber sie hat ja gelernt mitzumachen, alles richtig zu machen. Und sie muss sich beeilen. Sie wird sich beeilen. Auch hier war also wieder kaum Zeit sich die richtigen Fragen zu stellen. Und wenn sie irritiert wird, dann lässt sie das nicht lange zu, hält das nicht aus, weil sie doch weitermachen muss, sich beeilen muss, wozu und warum auch immer.<br />
Und plötzlich gibt es keinen haltenden Rahmen mehr. Sie schaut sich um. Sie ist an den anderen, an ihren Freunden vorbeigezogen. Sie hat den Abschluss in der Tasche und gleichzeitig keine Ahnung, keine Ahnung von sich und dem Leben da draußen. Und niemand wird ihr etwas raten können zumindest nichts, was nicht zu dieser Welt passt. Aber diese Welt, die will sie nicht. Das ist ja nicht ihr Ding. Doch auf der Dingsuche zu sein in einem Leben, das nicht das richtige Ding ist, kann sehr kompliziert sein. Da geht die Petra an ihre Grenzen.<br />
So steht sie da, die Petra und alle Fragen in ihr kommen hoch. Jedes weitere Jahr werden die Fragen drängender. Was soll sie hier? Was macht sie hier? Was haben diese Erlebnisse mit ihr gemacht und wie kann sie in den bestehenden Verhältnissen einen Platz finden, an dem man es irgendwie ne Weile aushalten kann? Also wie findet sich da irgendetwas – wenn schon Suizid nicht wirklich in Frage kommt – ohne dass man an der Wirklichkeit zu Grunde geht, weil der Platz dann doch etwas für einen hergibt, so ganz vielleicht?<br />
Der Druck meldet sich immer wieder regelmäßig bei ihr an, mit sich und ihrem Leben ökonomisch gut umgehen zu müssen, auch wenn sie das ablehnt. Und das lenkt sie wiederum ab von den eigentlichen Wünschen und Vorstellungen. Dieser volle Rucksack an Erlebnissen, Ängsten und Regeln und Vorgaben, den sie sich nicht ausgesucht hat, dieser alte Sack lässt sich leider nicht einfach abwerfen.<br />
Was ist also zu machen in der hiesigen und nicht mehr gut werdenden Welt, wenn die Petra nicht zu Grunde gehen will, zumindest nicht ohne ihren treuen Freund smoky whiskey sour, der aber leider bezahlt werden will?</p>
<p>…tja, hm, vielleicht doch noch mehr Orgien mit Cook a Leekie?</p>
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		<title>Noch immer da &#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 15:10:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor vielen Jahren kannte ich mal einen Menschen, der hat es hier wohl nicht mehr ausgehalten. Der ist gegangen, hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Und ich habe dafür das größte Verständnis. Und gerade in Zeiten der größten inneren Finsternis bin ich verwundert, wieso mir nicht und vielen anderen Erdbewohnern auch nicht dasselbe einfällt. Nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor vielen Jahren kannte ich mal einen Menschen, der hat es hier wohl nicht mehr ausgehalten. Der ist gegangen, hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Und ich habe dafür das größte Verständnis. Und gerade in Zeiten der größten inneren Finsternis bin ich verwundert, wieso mir nicht und vielen anderen Erdbewohnern auch nicht dasselbe einfällt. Nun halte ich es mit den qualvollen Gefühlen nicht anders als mit den freudvollen Gefühlen. Sie kommen und gehen, lassen uns verbittert oder entzückt auf das Leben schauen, sind immer nur periodische Begleiter unserer Lebenszusammenhänge, die einen Einfluss auf unsere Denkweise zum Tatbestand <em>Leben</em> haben.</p>
<p>Aber ich bin erstaunt. Ich bin immer noch da und auch die anderen sind noch da. Und ich frage mich, woher der Antrieb kommt, der Antrieb mancher Menschen – offenbar auch meiner – hier weiterzumachen?</p>
<p>Damit das hier nicht falsch verstanden wird, also ich halte mich eben nicht für suizidgefährdet, sondern stehe nur mal wieder vor tiefen Abgründen, habe von Menschen gehört mit abgrundtiefen Abgründen und komme lediglich für mich ganz selbstverständlich wieder einmal auf solch eine plausible Fragestellung. Und ich gebe zu, wenn das Leben mir nicht allzu dunkel erscheint, ich das Elend dieser Welt nicht ganz so präsent in meinem Kopf habe und ich meinen aktuellen Aufgaben nachgehe, ist die Sterbensfrage nicht wirklich brennend, aber zumindest schlummert sie immer in meinem Gedankenrepertoire herum.</p>
<p>Ich sage Euch ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es in erster Linie die große Sorge ist, um was da dann kommen soll oder die Angst, ob sich das “Ende” eventuell schmerzvoll anfühlt. Ich denke auch nicht, dass in uns in erster Linie das Verantwortungsgefühl unseren Mitmenschen gegenüber geweckt wird und wir deshalb zu solch endgültiger Tat nicht bereit sind, weil unsere Freunde und Familienmitglieder dann alleine dastehen würden und sie mit dem Verlust klarkommen müssten. Das allein kann es nicht sein, was jemanden wie mich hindert, dieser ganzen Geschichte ein Ende zu setzen. Da muss noch etwas anderes sein, da gibt es ganz sicher noch etwas, aber ich finde es nicht heraus und habe doch schon wahrlich oft darüber nachgedacht.</p>
<p>Zwar halte ich jene Gedanken um mögliche physische Schmerzen und die Sorge um unsere Mitmenschen für triftige Gründe sich für das Leben zu entscheiden. Denn gerade für den zweiten Aspekt schwinge ich gerne die Moralkeule, weil wir eben Verantwortung nicht nur für uns, sondern auch für die anderen tragen, ich hier auf gar keinen Fall alleine zurück bleiben möchte und für mich die Idee von „Laissez-faire“ ganz einfach an diesem Punkt an ihre Grenze stößt.</p>
<p>Aber das Verantwortungsgefühl ist dennoch nicht der On-Schalter bzw. Stand-by-Modus für das Leben, meine ich. Menschen, die sich nämlich doch für den Tod entscheiden befinden sich psychisch und /oder physisch nicht mehr in der Lage diesen Aspekt zu bedenken. Das können die nicht mehr als Argument erkennen… hoffe ich. Ansonsten würde sich ja derjenige von dem ich am Anfang sprach bewusst gegen mich entschieden haben. Jener Mensch hätte ja dann noch immerhin die Überlegung angestellt, dass es mich gibt und dann bewusst in Kauf genommen, dass wir uns nie wieder sehen würden und er hätte auch entschieden, dass ich das einfach zu akzeptieren habe. Aber das nur im Ansatz anzunehmen, das halte ich nicht aus. Diese absolute Kränkung, dass vor dem Akt der Selbsttötung die Handlung reflektiert wird, halte ich wirklich nicht aus…</p>
<p>Jedenfalls meine ich von mir, dass mir diese Gedanken nicht kommen, wenn ich mich jeden Tag aufs neue für das Aufstehen entscheide, obwohl das ganze Leben keinen Sinn macht, mir bewusst ist, dass das ganze Leben keinen Sinn macht und obwohl ich zudem weiß, dass mir niemand einen Sinn für das Leben versprochen hat und auch noch obwohl mir sogar in besseren Zeiten die Sinnlosigkeit permanent präsent ist und ich mich nicht wirklich damit abfinden kann und darunter immer wieder leide.</p>
<p>Also frage ich mich, wie schaffen es Menschen denn nur mit ihrem schmerzvollen Dasein klarzukommen? Wie halten die das aus? Warum halten wir das alle aus? Warum halte ich das aus?</p>
<p>In guten Zeiten stiefele ich durch die Welt und meine, dass es sich lohnt – was immer das auch wieder heißen kann – sich für eine Welt einzusetzen, wo Menschen ohne Angst leben können. Da hat man dann ganz schön was zu tun, da hat man eine große Aufgabe gefunden… Und das macht natürlich nur Sinn, wenn ich mir vorstellen kann, dass Menschen sich verändern können, dass sich die Art und Weise, wie Menschen miteinander leben wollen, verändern kann. Ja, wenn ich mir vorstellen kann, dass Menschen überhaupt etwas wollen, setze ich mir einen Sinn zumindest für eine gewisse Zeit. Und selbst wenn dann der Zweifel aufkommt, dass das gar nicht stimmt, dass hier einfach alles weiterläuft, dann kann ich es mir immer noch so hindrehen, dass ich mir sage, dass das eventuell egal ist, wer hier was verändern will und wollen kann, weil der Mensch ganz einfach machen muss mit all dem, was er hat und kann.</p>
<p>… Aber das kann ich meistens nicht lange halten.</p>
<p>In schlechten Zeiten erdrückt mich die Gewissheit des sinnlosen Lebens einfach nur. Da sehe ich lediglich,  dass es ein paar wenige Menschen gibt, die für sich etwas klargekriegt haben. Da kann ich dann wirklich nur eine Handvoll Menschen ausmachen, die geschnallt haben, dass man mit dem, was hier ist nicht einfach leben kann, es Dinge zu verstehen und zu kritisieren gibt. Und klar, diese Menschen sind natürlich auch alle ganz unterschiedlich und haben ihre Macken, aber das ist jetzt nicht weiter wichtig, weil mir reicht ja schon der grauenhafte Gedanke, dass da nicht sehr viele Menschen sind, die wenigstens etwas angenehmeres aus dem eh schon sinnlosen Leben machen wollen.</p>
<p>Und zudem sehe ich dann auf der anderen Seite eine Masse an menschlich verrohten Seelen, die im Leben nicht darauf kommen werden – aus Gründen, die jetzt auch egal sind – dass das Leben, wie es hier stattfindet mit all den vielfältigen Formen von Elend und Gewalt und der ganzen Armut keine Selbstverständlichkeit ist. Und je nachdem woher sie kommen, welche Position jene Leute abgekriegt haben, sie entweder aus dieser Kiste nicht heraus können, weil sie gar nicht die Möglichkeit haben oder eben diese Kiste gar nicht aufbrechen wollen, weil ihr Bereich in der Kiste sich vermeintlich ganz gut anfühlt. Und diese Vorstellung ödet mich noch mehr an.</p>
<p>Und plötzlich verliert sich alles so sehr. Plötzlich ist es egal, wo auf dieser Welt, egal was geschieht, weil es immer in die selbe sinnlose Richtung geht und diese Richtung auch noch für die Mehrheit der Menschen qualvoll und elendig ist, ob sie das nun spüren, hinnehmen bzw. ignorieren oder nicht.</p>
<p>Und darin lebe ich weiter und offenbar viele andere Menschen tun das auch, während die Frage, wie wir unser Dasein ertragen können und warum wir es überhaupt ertragen unbeantwortet bleibt&#8230; zumindest vorerst für mich.</p>
<p>„Das Leben ist ein einziger Alptraum“ (alias cock-a-leekie)</p>
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		<title>&#8220;St. Niklas war ein Seemann&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 18:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frohes Fest]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Fest ist vorbei und nicht wenige meiner Freunde und mich inbegriffen, scheinen halbwegs traumatisiert aus ihren Familienkreisen wieder in ihre Leben angekommen zu sein. Dieses Jahr hatten so einige das Bedürfnis, ihrer Empörung und Verwirrtheit eine Stimme zu geben. Da ist vieles an mein Ohr gekommen, Gesprächsfetzen oder Hilfeschreie, die sich nicht ungeschehen machen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fest ist vorbei und nicht wenige meiner Freunde und mich inbegriffen, scheinen halbwegs traumatisiert aus ihren Familienkreisen wieder in ihre Leben angekommen zu sein. Dieses Jahr hatten so einige das Bedürfnis, ihrer Empörung und Verwirrtheit eine Stimme zu geben. Da ist vieles an mein Ohr gekommen, Gesprächsfetzen oder Hilfeschreie, die sich nicht ungeschehen machen lassen. Und ich habe das alles hübsch in meinem Hirn gesammelt und es will nicht verschwinden. So notiere ich es hier, um Euch alle daran teilhaben zu lassen. Und mal sehen. Vielleicht haben wir es ja morgen wieder vergessen, vielleicht ist ja morgen alles wieder gut &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;Na, mein lütter Schietter.&#8221;</p>
<p>&#8220;terror starts at home&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach scheiße, das tut mir leid, dass es mit P. nicht geklappt hat.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ohje, sind angekommen. Bonjour Tristesse. <em>Trend Hotel</em> noch schlimmer als das <em>Creativ Hotel</em>. Und mein Lieblingsschwager und der einzige normale Mensch ist krank. 5 Stunden Familienhölle. Wir sprechen später.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach wenigstens an Weihnachten, da kommt die ganze Familie zusammen. Sonst komm&#8217; wir ja auch nicht zum klönen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Gesprächsfetzen: auf die Wälder um Minsk haben wa damals wie verrückt gebombt. Das hat wunderbar gebrannt&#8230;.Ich muss sowieso mal kotzen&#8221;</p>
<p>&#8220;Hast Du auch schon die Flucht ergriffen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Genug Alohol gefunden?&#8221;</p>
<p>&#8220;Na, ich bin einfach am 22. losgezottelt. Hab für Rainer so nen lütten Flachmann geholt und für Margarethe nen Weihnachtsstern. Und dann war ick durch damit. Watt willst da noch schenken immer?&#8221;</p>
<p>&#8220;Und wenn ich hier einmal in Ruhe gelassen werde, dann sind das Schreiben und Heulen die einzigen Trostfetzen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Hey, wir haben noch die Familie auf dem Hals!&#8221;</p>
<p>&#8220;Nu aber rinn mit die Kugel. Streng Dich ma an! Willst doch wohl unsere Familienehre retten.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber lieber Weihnachtsmann, wir haben gehört, dass Du immer durch das Fenster schaust, dass Du alles siehst und unser kleiner Teo ja gar nicht immer artig ist. Was sagst Du denn dazu?&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh Gott, ich dreh gleich durch&#8230;Du, im Alten Dorf hat es ja heute morgen um halb acht gebrannt. Ja ja, diese Pappdächer brennen ja wie Zunder. War bestimmt ne Kerze. Ja die ist dann runter gebrannt und dann puff. Und bei Edeka gibt’s ja jetzt so ne neue tiefgekühlte Entenpfanne. Nö. Elke heißt jetzt wieder Seehafer.&#8221;</p>
<p>&#8220;Dir ein Frohes Fest.&#8221;</p>
<p>Kommentar: Derartige Glückwunsche and warm words können sich zudem noch viel grandioser anfühlen, wenn sie aus der Ferne kommen, von einem Menschen, dessen Verhalten sich eh schon als eine einzige Enttäuschung entpuppt hat. Und das kann dann so klingen:</p>
<p>&#8220;I just wanted to wish you and your family a very Merry Christmas and a Happy New Year. I hope 2012 brings you nothing but the best. Take care&#8221;</p>
<p>&#8220;Wiehnachtsmann, oh Wiehnachtsmann, schau mir nich so böse an &#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;das grosse fressen. und die nicht müde werdende diskussion darüber &#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Bin total deprimiert vom familymist und Liebeskummer. Aber ich betrinke mich gerade im Zug.&#8221;</p>
<p>&#8220;postweihnachtsabsturz. &#8220;froeh-hoe-liche weihnacht ueberall&#8221;. naechstes jahr &#8220;weihnachtsstricken in norwegen&#8221;. CAL is teaching us&#8221;</p></blockquote>
<p>Und im Hintergrund solcher Szenarien hört man dann nicht selten &#8211; ich will ja nicht hoffen, dass diese Platte nur bei meinen Ahnen rauf und runter läuft &#8211; die tiefe Brummbärstimme von Freddy Quinn, wie er ganz herzzerreißend singt: &#8220;St. Niklas war ein Seemann. Er liebte Wind und Meer.&#8221;</p>
<p>&#8230;Es ist vorbei halleluja!</p>
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		<title>Draußen ist&#8217;s kalter November &#8211; ist&#8217;s wärmer als hier drinnen</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 15:04:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stadtteil-Bude Wenn sie wenigstens lesen und schreiben könnte, dann könnte sie zumindest ein Tagebuch schreiben und ihrem kleinen Dasein eine Stimme geben. Sie ist ein junges Mädchen von 15 Jahren, hat bis vor ein paar Monaten noch nie eine Schule besucht, spricht bisher kein Wort deutsch und wurde in eine Schule eingeschult, die zu den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stadtteil-Bude</strong></p>
<p>Wenn sie wenigstens lesen und schreiben könnte, dann könnte sie zumindest ein Tagebuch schreiben und ihrem kleinen Dasein eine Stimme geben. Sie ist ein junges Mädchen von 15 Jahren, hat bis vor ein paar Monaten noch nie eine Schule besucht, spricht bisher kein Wort deutsch und wurde in eine Schule eingeschult, die zu den so hübsch genannten &#8220;Problemschulen&#8221;, in einem der &#8220;Problemviertel&#8221; unserer Stadt zählt. Wobei für mich zur Zeit nicht ersichtlich ist, ob für das Mädchen die Qual der Schule eventuell erträglicher ist als der übel riechende Dunst der Familienanstalt.</p>
<p>Und wenn sie denn nur lesen und schreiben könnte, dann würden vielleicht in einem kleinen, abgegriffenen Heftchen die folgenden Zeilen stehen:</p>
<p>23.11.2011</p>
<p>Endlich, endlich ist es Nacht. Habe wieder den ganzen Tag die Stunden gezählt bis das Ekel endlich gesagt hat, dass ich ins Bett soll. Vorher sollte ich ihm wieder noch nen Tee bringen. Und dann hat er mich wieder zu sich herangezogen, mich mit seinen Schwabbelarmen zu sich gezogen und meine Wangen in seine Wurstpranken geklemmt und mir einen Gutenachtkuss abverlangt und dann auch wieder mal so getan, als wolle er mich kitzeln, mit mir schäkern &#8230;oh Gott wie der stinkt! Und wie der sich heute wieder aufgeführt hat, so ekelhaft peinlich. Und meine Mutter hat wie immer die Klappe gehalten, gequalmt ohne Ende und dabei die drei fremden Menschen angegafft als könnten die ihr helfen, als könnten die uns wirklich helfen &#8230;Wer waren die überhaupt?</p>
<p>Die eine Blonde von denen, oh Mann, die hat so gut gerochen und so freundlich gelacht. Mir war das alles so schrecklich peinlich und ich wusste erst gar nicht, was die in unserer Bude wollte. Die andere große Brünette, war auch so nett zu mir, aber die habe ich wenigstens auch noch verstanden. Obwohl, die sah total ahnungslos aus. Die glaubte bestimmt, nur weil sie türkisch spricht, da hat sie mich gleich, aber hatte sie eben nicht. Die haben doch alle keine Ahnung von mir. Wen interessiert schon so eine braune, türkischsprachige Bulgarin?</p>
<p>Jedenfalls kamen die zwei heute morgen mit unserer Frau vom Jugendamt in die Wohnung gestiefelt. Ich hatte zuerst die Fantasie die würden das Ekel befragen und dann festnehmen, aber der Arsch hat die natürlich nicht interessiert, weil die wissen ja nichts von seinen widerlichen Touren&#8230;nicht nur mit meiner Mutter. Gleich danach hatte ich dann wieder diese Art Fantasien, wo ich mich wegträume in eine der schönen gemütlichen Wohnungen dieser drei Fremden, die sich mit Sicherheit nicht einmal ihre Schuhe ernsthaft ausziehen wollten, damit ihre flauschigen Angorasocken nicht mit unseren Teppichkrümmeln und Flusen in Berührung kämen. Ich stelle mir dann vor, dass mich eine von denen zu Besuch einlädt, weil sie mich so nett findet. Und ich darf mir dann alles genau anschauen&#8230;das Bücherregal der Brünetten mit den vielen dicken Romanen darin und den geheimnisvollen Geschichten, die ich einafch nicht lesen kann. Aber dann kommt die Gastgeberin zu mir, zieht ein Buch heraus und liest mir darin vor und ich schlafe ein, zuerst auf dem Sofa und dann später, in den folgenden Tagen in ihrem großen, weichen Bett und dann noch etwa später in meinem Bett und meinem Zimmer, weil ich habe dann schon längst ein eigenes Zimmer bei ihr in dieser warmen, hellen Wohnung &#8230;</p>
<p>&gt;&gt;Ja&lt;&lt;, hätte ich am liebsten gesagt, so wohnt man hier, wenn alle in deiner näheren Umgebung nur etwas mehr als gar nichts sind. Ich folgte den freundlich interessierten Blicken der Blonden, während sie sich zaghaft auf das mit der mintgrünen Decke bezogene Sofa setzte &#8211; dieses und das andere braunrustikale Sofa haben wir uns unten auf dem Wiesenplatz zwischen all den grauen Hochhäusern mit all den langweiligen Fenstern, eingefasst in seicht lilafarbene Fensterrahmen zusammengesucht.</p>
<p>&gt;&gt;Ja&lt;&lt;, hätte ich ihr am liebsten ins Gesicht geschrien, so eine schicke Anbauwand aus gefaktem Eschenholz hast du bestimmt nicht. Und die aus dem Schanier gebrochene Schranktür ist so schlimm nun auch wieder nicht. Der Fernseher lief nebenbei. Die Blonde und die Brünette haben da immer wieder hineingestarrt, während das Ekel so schmierig lachte und sich andauernd in das Gespräch zwischen meiner Mutter und unserer Dame vom Jugendamt einmischte. Die Blonde hat ja nicht viel verstanden, aber die schien ähnlich irritiert und argwöhnisch wie die Brünette. Am liebsten hätte ich die Glotze ausgemacht, damit sie sich das alles hier, den ganzen Dreck hier genau anschauen müssen, aber ich kann es nicht ertragen, wenn es zu still um mich herum ist. Und meine qualmende Mutter und das Ekel wären mit Sicherheit böse geworden, wenn ich ohne zu fragen die Kiste ausgeschaltet hätte. Aber das hätte ich erst später zu spüren bekommen, wenn wir wieder ganz unter uns gewesen wären.</p>
<p>In der völlig überheizten Bude saßen wir nun herum und ich versuchte zu schnallen, warum die zwei Frauen da sind. Die Brünette machte so Versuche sich mir vorzustellen, aber das Ekel quatschte sie andauernd von der Seite an und erklärte ihr, was ich für ein ungezogenes Kind sei. Die Blonde sah mittlerweile ziemlich angespannt aus, starrte im Wechsel meine Mutter und dann das Ekel und dann mich an. Sie wollte was sagen, aber ließ es dann wieder. Ab und zu übersetzte die Brünette ihr etwas im Flüsterton. Ich bin mir sicher, die beredeten mehr als das Besprochene. Kurzzeitig hatte ich den Eindruck, über die gepressten Lippen der Blonden huschte ein unkontrolliertes Grinsen &#8230;Ja, lacht ihr nur, dachte ich.</p>
<p>Irgendwann hatte ich dann verstanden, dass ich zu denen in eine Gruppe kommen soll. Zweimal in der Woche soll das sein. Und ich wollte am liebsten gleich mitgehen. Die sollten mich doch einfach sofort mitnehmen. Die können mich doch nicht hier lassen, dachte ich! Die müssen doch sehen, was das hier für eine Hölle ist.</p>
<p>Aber ich sah schon, dass die Brünette der Blonden so Zeichen gab, dass sie gleich los wollten. Die Blonde hatte auch schon angefangen ihren Kram einzupacken und schaute jetzt das Ekel mit ihren durchdringenden Augen an, weil der ihr mit seinen brüchigen Deutschfetzen imponieren wollte.</p>
<p>Und nebenbei hörte ich heraus, dass meine Mutter schon wieder nach Bulgarien fahren muss, um meinen jüngsten Bruder aus dem Heim zu holen. Ich wollte schreien. Ich will nicht mit dem Ekel alleine sein und ich konnte aber nicht schreien, weil ich nicht schreien darf, weil es doch keiner wissen darf. Wenn ich da einfach damit herausgeplatzt wäre, mit dieser ungeheuerlichen Geschichte, dachte ich mir, dann, dann hätte das alles vielleicht ein Ende &#8230; aber ich platze ja nichts aus mir heraus. Und das gehörte ja nicht dahin. Die Leute sind ja wegen etwas anderem gekommen. Ich wollte die jetzt nicht durcheinander bringen. Die sind schließlich gekommen um mir zu helfen, damit ich lesen und schreiben lerne und Freunde finde. Ich konnte die jetzt nicht durcheinander bringen. Die wollen mir doch helfen. Und ich möchte sehr gerne in ihre Mädchengruppe kommen. Und die werden mich nicht nehmen, wenn ich ihnen gleich am Anfang Probleme machen würde. Das geht nicht. Das geht auf gar keinen Fall.</p>
<p>Und die Brünette fragte beim Aufstehen noch einmal nach, wo ich denn in dieser Zeit bleiben würde. Auch die Blonde schien das sehr zu interessieren, ob der schmierige Sack neben mir den lieben Papi spielen würde oder irgendjemand anderes aus der Familie für mich da sein würde. Vielleicht haben die wirklich was gemerkt? Aber bitte, dann dürften die doch nicht gehen, dann müssten die doch bleiben.</p>
<p>Aber sie gingen tatsächlich, gingen in den Flur und zogen sich ihre Stiefel an, die das Ekel inzwischen in Reih und Glied aufgestellt hatte. Ja ordentlich ist er, richtig schön penibel und die zwei dachten sich da bestimmt, dass es hier doch ganz angenehm ist, weil wir sind ja ordenlich und sauber. Wir sind arm, aber sauber &#8230;immer.</p>
<p>Und dann gingen sie. Und ich kann sie erst am Montag wiedersehen. Das sind noch 122 Stunden. Aber das schaffe ich schon und wenigstens blieb ja noch unsere Frau vom Jugendamt. Die kümmerte sich noch ein bisschen, kümmerte sich noch um meine Mutter und den ganzen Schreibkram. Das ist auch wichtig. Das ist wirklich wichtig. Das hilft uns.</p>
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		<title>Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 22:16:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie verhält sich das eigentlich mit unserem Denken? Wann sind die Gedanken zu kurz gedacht? Ist es nicht wünschenswert, wenn sich ein Mensch schon kritsche Gedanken zu den gesellschaftlichen Verhältnissen macht, dass er sich auch Gedanken zu sich selbst macht? Geht das eigentlich im Grunde schon immer zusammen, nur ich denke, dass das ganz oft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie verhält sich das eigentlich mit unserem Denken? Wann sind die Gedanken zu kurz gedacht? Ist es nicht wünschenswert, wenn sich ein Mensch schon kritsche Gedanken zu den gesellschaftlichen Verhältnissen macht, dass er sich auch Gedanken zu sich selbst macht? Geht das eigentlich im Grunde schon immer zusammen, nur ich denke, dass das ganz oft nicht der Fall ist, weil mir dann gleich folgende Dinge begegnen, die ich dann nicht verstehe? Was soll und kann ich da nur denken?</p>
<p>Die Themen <em>Bild Dir eine Meinung, kritisches Bewusstsein</em> oder <em>Was geht in den Köpfen der Menschen vor?</em> sind nicht wirklich neu von mir. Es geht mir aber in diesem Beitrag um subtile oder ganz offensichtliche Denkrichtungen, die mir teilweise im Alltag begegnen und von mir sichtbaren oder unsichtbaren Menschen geäußert werden, von denen ich den Eindruck bekam, sie würden hier ernsthaft etwas verstehen wollen und haben zu dieser Welt auch ziemlich kluge Gedanken. Aber dann geht da irgendwie manchmal nicht viel weiter und die Auseinandersetzung mit sich selbst scheint nicht stattgefunden zu haben oder nur marginal angegangen worden zu sein.</p>
<p>Ich will ja nicht die Moralkeule schwingen &#8211; zu spät und schon passiert &#8211; sondern das sind ganz wichtige Fragen für mich, wenn ich damit beschäftigt bin, mir eine angenehmere Welt zu wünschen und nicht darum herum komme der Frage nachzugehen, wie wir Menschen das denn hinbekommen können? Es reicht doch da eben nicht, und das ist schon eine heftige Arbeit, die Strukturen, in denen wir leben zu erkennen und richtig zu kritisieren.</p>
<p>Was ist denn da mit mir selbst? Was ist mit dem ganzen Zeug, das mich geprägt hat und mir einen Rucksack voller Eitelkeit, Konkurrenzgedanken, Profilierungsdruck und Ängsten auf den Rücken geschnallt hat?<strong> </strong>Das geht doch nicht einfach verloren, nur weil ich vielleicht etwas richtig kapiert habe. Da bleibt einem doch nichts anderes als sich immer wieder mit sich selbst auseinander zu setzen, denn ich habe jedenfalls bei mir noch nicht erkennen können, dass dieser Rucksack verschwunden wäre. Er ist leichter geworden mit zunehmenden Alter, lässt sich leichter auspacken und dennoch fühlt er sich phasenweise auch wieder voller an und muss von mir aufs Neue bewusst entladen werden. Und ich will jetzt einfach nicht annehmen, dass es nur mir so geht, weil dann säße ich ja gleich wieder in der Falle von <em>Ich bin der loser und die anderen sind immer die Helden</em>. Und außerdem bin ich zu eitel, um das wirklich glauben zu können &#8230;.</p>
<p>Worum es mir geht, ist nicht der Anspruch, dass Menschen keine Fehler machen sollen. Ich habe so viele davon und möchte auch darin nicht allein und verlassen dastehen. Mich treibt aber der Gedanke herum, ob intellektuelle Arbeit allzu oft eine Ablenkung von sich selbst ist. Und in diese strukturelle und unpersönliche Richtung dann von etlichen Leuten ganz motiviert und leidenschaftlich weitergedacht wird, aber das Hinterfragen von eigenen Verhaltensmustern auf der Strecke bleibt. Also sind denn da draußen wirklich viele Menschen mit trifftigen Argumenten gegen die hiesige Gesellschaft und gleichzeitig mit einem selbst-be-wussten kritischen Blick auf die eigene Person?</p>
<p>Ich habe da so meine Zweifel. Und nun zum Zweifel drei Alltagsausschnitte &#8230;</p>
<p>Ich war also neulich wieder in der Teamsitzung. Wir hatten das Thema Machtausübung von JugendamtsmitarbeiterInnen gegenüber den Fachkräften der freien Träger. Eine Kollegin beschrieb dazu sehr eindrucksvoll &#8211; wie ich fand &#8211; die mehrdimensionalen Abhängigkeitsstrukturen in denen sich die &#8216;missachteten&#8217; Fachkräfte befinden, und dass durch jene Strukturen eine konfrontative Auseinandersetzung mit den Angestellten des Jugendamtes schier unmöglich sei. Sie erklärte dann weiter, dass sie solche Verhaltensmuster ablehne, sich davon verletzt fühle und sie mit anderen Menschen auf Augenhöhe zusammen arbeiten möchte. Bis dahin konnte ich mit ihren Äußerungen mitgehen, aber dann wurde deutlich, dass sie so gekränkt war, weil sie uns plötzlich klar machte, dass sie mit ziemlicher Sicherheit höher qualifiziert wäre als die zuständige Sachbearbeiterin vom Amt und sie eben keine &#8220;kleine Verkäuferin&#8221; sei. Hm &#8230;die Frau ist auch wirklich sehr kompetent, aber dass sie letztendlich ihre fachliche Kompetenz lediglich als Kriterum für einen Umgang auf Augenhöhe verhandelte und nicht jenen Umgang als etwas Generelles beanspruchte, hat mich dann wieder denken lassen: <em>Och Mensch, Du warst doch schon so ganz nah in die richtige Richtung und nun kommt doch nur wieder der gängige Gedankenmist aus dir heraus geplappert &#8230;</em></p>
<p>Und dann hänge ich diesem Gedanken über den Tag hinaus nach und laufe an einem Eckhaus vorbei. An der einen Hauswand vorbei schlendernd, lese ich dann die offenbar neue Message: &#8220;Eure Brillen sind peinlich&#8221;. Und ich muss sehr lachen &#8211; und bin mir meines Lachens nicht ganz geheuer &#8211; weil mit diesem einen Spruch jedem, der hier in der Gegend wohnt klar ist, was und wer gemeint sind. Aber wenn ich dann abbiege und da steht an der anderen Seite &#8220;Yuppies verpisst Euch&#8221;, hört es tatsächlich bei mir auf und mir vergeht das Lachen. Hier wird offensichtlich eine Veränderung der Bewohnerstruktur im Kiez wahrgenommen, um dann jene ausgemachten &#8220;Yuppies&#8221; lediglich zu beleidigen. Aber was will man denn damit? Ihr sollt hier bei mir und uns nicht sein, sondern da, wo ich und wir nicht sind, aber ich habe die richtige Einstellung? Damit ist doch keine Gesprächsbereitschaft oder zumindest ein Argument gezeigt worden. Und nichts und niemanden wird das verändern.</p>
<p>Und da ich nicht davon ausgehe, dass Tante Gerda oder Gülay Theyze diese Hauswandnotiz hinterlassen haben, denke ich mir, dass so ein möglicher Gegenspruch an den Schreiberling im Sinne von &#8220;linker Trottel du, geh&#8217; doch wo du wohnst&#8221; auch ein kurzes Schmunzeln hervorrufen würde, zumindest bei mir, aber ebenso allgemein und flach daherkommt. Da, seht Ihr&#8230;erst einmal fällt mir auch nur eine persönliche Beleidugung ein? Jedenfalls hätte ich mir an dieser Hauswand einen klügeren Spruch gewünscht und eine noch viel klügere Reaktion und am Ende einen super klugen Schlagabtausch&#8230;</p>
<p>Und eine Sache passend zu dieser Kategorie <em>Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst </em>habe ich noch. Ich habe natürlich noch mehr Begebenheiten zu berichten, aber ich denke (weil ich denke, ja auch nur, dass ich denke), auch wenn sich die Geschichten unterscheiden, so laufen sie in ähnlichen Mustern ab. Also letztens erklärt mir ein Mensch sehr ausführlich, warum das so und so ist, dass viele Menschen sich keine grundlegend kritischen Gedanken über diese Welt machen können und wollen. Das Gespräch hat mir richtig Spass gemacht. Und irgendwie sprechen wir dann über Instrumente. Und ich denke mich fast im Einverständnis mit diesem Menschen darüber, dass wir neugierig und offen gegenüber Dingen sind, die wir nicht besonders gut kennen und dass wir uns zu Themen positionieren, bei denen wir auch wirklich etwas zu sagen haben. Und dann sagt dieser Mensch, &#8220;so &#8216;n Klaviergedöns [sei] bürgerlicher Scheiß&#8221;  und damit würde er sich nicht abgeben. Natürlich steht dieses Instrument in einem ganz spezifischen bürgerlichen Zusammenhang und es gibt zahlreiche Mitbürger, die diesen &#8220;schicken&#8221; bürgerlichen Stil frönen, indem sie sich ein altes Klavier in die tolle Stube stellen so mit Häckeldeckchen drauf und kein Mensch in der Familie kann darauf spielen. Aber das muss doch nicht das Klavier für X oder Y bedeuten. Ich habe da jetzt auch nicht die große Ahnung von, aber ich bin mir sicher, dass da mehr hinter steckt und ich das einafch nicht weiß und wenn ich mich für ein Klavier interessieren würde, dann gehe ich dem nach und lehne das nicht ab, weil ich mit Klavier die &#8220;bürgerliche Scheiße&#8221; im meinem Kopf abgespeichert habe. Und niemand muss sich mit  etwas abgeben, aber wenn man sich nicht auskennt, dann ließe sich wohl auch etwas Zurückhaltung zeigen.</p>
<p>Okay, wir haben das, was da ist. Eine andere Welt gibt&#8217;s eben nicht so einfach. Aber mich stimmt es trotzdem so richtig deprimierend, wenn da Menschen daher kommen, die bestimmte Zusammenhänge in dieser Welt erkennen und auch benennen können und gleichzeitig kein Interesse zeigen sich mit dem Gegenteiligen auseinander zu setzen, und einfach krass gedankenlos herumcoolen.</p>
<p>Was bleibt? Argumente müssen gefunden werden mit denen andere Menschen etwas anfangen können und die ihnen hoffentlich so etwas wie einen <em>aha-Moment </em>verschaffen. Und der Mut muss aufgebracht werden, sich selbst in erster Linie ehrlich begegnen zu wollen, weil sonst überzeugt man auch keinen Menschen mit großen Weisheiten, wenn der dann spätestens beim dritten Gespräch erkannt hat, dass z. B. Frau Schlau insgeheim und unbewusst ihren in der Kindheit geprägten Wünschen nachhängt und sich jetzt vorstellt, dass ihr Grundschullehrer ihr für diesen tollen Vortrag eine 1+ geben müsste.</p>
<p>Und ja, dann fühle ich mich heute eben hässlich, obwohl das doch kein Kriterium sein soll und ja, dann kriege ich gerade die Krise, weil Thomas, der doch mein Freund ist wieder viel klüger und toller erscheint als ich, und weil er eine Freundin hat, die ich gar nicht kenne, aber die super krass erfolgreich ist in einem Job, den ich gar nicht haben will.</p>
<p>Ich denke&#8230;mal wieder. Also ich denke wirklich, dass es nützlich ist, derartige Gedanken zu erkennen und anzunehmen, weil gerade dadurch nicht solche eingehämmerten Konkurrenzgedanken schnell verblendet oder verstecket werden können sondern sich dadurch auflösen lassen.</p>
<p>Und ehrlich, aber nicht mehr ganz so ernsthaft, wie in der 1. Klasse und natürlich auch total witzig gemeint, fragt sich hier am Ende auch ElectricOne: &#8220;Bekomme ich jetzt eine 1+?</p>
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		<title>Hello Again &#8230;Ich sag&#8217; einfach hello again</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 22:27:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[klickediklick]]></category>
		<category><![CDATA[Schnotter]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialverhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Web-Portal]]></category>
		<category><![CDATA[WIMES]]></category>

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		<description><![CDATA[- für Anja &#8211; WIMES &#8211; wieder so ein Schnotter, den die Welt nicht braucht! Juhu &#8230;endlich können wir, die Deppen der sozialen Arbeit noch mehr sinnlose Zeit mit sinnlosen Dingen verbringen. Okay irgendwie können wir diesen Aufwand natürlich als Arbeitszeit dokumentieren, aber widerum das Dokumentieren der erbrachten Eintippminuten und Denkeinheiten für die dokumentierten Kategorien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">- für Anja &#8211; <strong><br />
</strong></p>
<p><strong>WIMES &#8211; wieder so ein Schnotter, den die Welt nicht braucht!</strong></p>
<p>Juhu &#8230;endlich können wir, die Deppen der sozialen Arbeit noch mehr sinnlose Zeit mit sinnlosen Dingen verbringen. Okay irgendwie können wir diesen Aufwand natürlich als Arbeitszeit dokumentieren, aber widerum das Dokumentieren der erbrachten Eintippminuten und Denkeinheiten für die dokumentierten Kategorien und Bewertungen &#8211; ich erkläre das gleich noch &#8211; kostet ja auch wieder Zeit. Und in Gedanken daran, dass das alles sehr bescheusslich ist und das Ergebnis dieser Aktion mindestens fraglich erscheinen dürfte, erwischt mich gleich wieder soooo ein Gefühl der Ohnmacht, Wut, Raserei &#8230;und ich springe gleich von der Brücke.</p>
<p>Es gibt nämlich seit einiger Zeit &#8211; an mir ist das bis dato vorbeigegangen, weil ich doch nicht ahnen konnte, welch übergreifendes Ausmaß diese Aktion hat und man quasi dazu gezwungen wird mitmachen zu müssen &#8211; ein reichlich merkwürdiges Meßverfahren, nach dem es möglich werden soll die Wirksamkeit von Hilfen zur Erziehung (Wohn- und Tagesgruppen inklusive) zu messen. Das Verfahren wird bundesweit eingesetzt und soll somit einen Abgleich zwischen den einzelnen Bundesländern ermöglichen und NATÜRLICH eine Verbesserung der Hilfen für die Klienten sein. Also wirklich, mal ganz was tolles!</p>
<p>Die Art und Weise, wie die ganzen Informationen erhoben werden und was da eigentlich abgefragt wird, ist schon ausreichend speziell. Und darauf gehe ich auch gleich ein, aber hier in unserer Gegend erscheint die Anwendung noch extra lustig und waaaahhhhnsinnig vergleichbar, weil der Mittelteil der Falldokumentation, nämlich wo es um den Verlauf der Hilfe gehen soll, tja der fehlt einfach. Und wie kommt das?</p>
<p>Die jeweiligen Bundesländer müssen ihre Teilnahme an dem Portal bezahlen. Offenbar ist es möglich lediglich für zwei der drei vorhandenen Säulen der Studie den Zugang zu erkaufen. In unserer pleitegeiermäßigen Großstadt fehlte das Geld für den Mittelteil dieser Studie. Aber da das Motto wohl eher unter <em>wenigstens mitmachen</em> läuft und <em>schlimmer geht ja immer</em>, dürfen wir hier zur Falleingangsphase und bei Fallbeendigung unsere Klicks machen.</p>
<p>Und wie machen wir unsere Klicks? Also zuerst gibt die zuständige Sozialarbeiterin aus dem Amt ihre Klicks ab. Nach acht Wochen bekommen dann die Mitarbeiter der Träger ihre Chance. Und wie selbstverständlich, kann man dann sehen, was die Person aus dem Amt so klickediklick eingetragen hat. WIMES besteht nun denn aus acht &#8220;Definitionen und Anker&#8221;. Nummer fünf bezieht sich z.B. auf den Sachverhalt: SOZIALVERHALTEN. Nur die Sachverhalte, die auch in der Hilfe bearbeitet werden, bekommen in einem Möglichkeitsrahmen von sieben Kästchen ein Häckchen. SOZIALVERHALTEN wird jetzt mit einigen Worten definiert. Da steht dann, &#8220;der j. M. (junge Mensch) hält sich an soziale Regeln, kann soziale Situationen verstehen und reflektiert seine Rolle und Position in Gruppen, hat Freunde und Sozialkontakte, setzt sich angemessen durch und kontrolliert seine Affekte&#8221;.</p>
<p>Abgesehen davon, dass ich es völlig daneben finde, dass hier versucht wird Sachverhalte zu standardisieren, die ganz offensichtlich nicht quantitativ erhoben werden können, ist es noch viel aberwitziger &#8211; finde ich jedenfalls &#8211; dass man z.B. die Hilfe  in einer Family beginnt, weil die KM eine Schizoprenie hat oder BorderLinezüge aufweist und  nun ist man laut Hilfeplan für die ganze Familie eingesetzt worden, wobei die Hilfe auf dem Papier im Namen des Kindes installiert wird. Die Fragen im Fragebogen von WIMES beziehen sich dann lediglich auf die Person für die die Hilfe  installiert worden ist, sprich auf das Kind. Es wird dann plötzlich egal, ob  die Mutter, die ihr Kind tageweise nicht versorgen kann, irgendwelche  Veränderungen in ihrem Sozialverhalten durchlebt hat, denn anklickmöglich sind im Web-Portal zwar mehrere Punkte, die sich aber nur auf eine Person beziehen, nämlich auf das Kind&#8230;. I LOVE IT</p>
<p>Und dann wird da in unserer Teamsitzung geäußert, dass der Träger ja froh ist, dass wir wenigstens mitmachen dürfen, unsere Einschätzung auch gefragt sei. OOOOhhhh merci, merci &#8230;how fäntästik! Was haben wir denn davon, wenn kein Mensch eine Ahnung hat, wie dieser ganze Quatsch am Ende ausgewertet wird. Ich mache mir jetzt nicht die Mühe die Soziale Arbeit als Grundsätzliches zu kritisieren, sondern bleibe bei jenem Punkt, wo es darum geht, dass der Einzelne ganz wahrscheinlich oder wenigstens vielleicht oder eventuell etwas von dieser eins zu eins Unterstützung hat. Und nun wird so ein Klient einfach verklickt. Selbst wenn man nicht gutgläubig im Formular herumklickt, sondern noch ganz clever seine Klicks machen will, hat man eben doch keine Ahnung, nach welchen Maßstäben der Kram ausgewertet werden soll.</p>
<p>Meint man nun, dass man besser nach einem halben Jahr alles ganz toll bewertet, damit gesehen wird, wie effektiv die Hilfe ist, könnte das bedeuten für die Auswerter der Studie, die ambulanten Hilfen lassen sich ja auch in 2 Std. pro Woche ganz sinnvoll einsetzen. Sagt man aber vielleicht mit seinem Klick aus, hier ist nix passiert, könnte es widerum heißen, die ambulanten Hilfen bringen keine Unterstützung für die Klieenten. Und selbst wenn der ernsthafte Wunsch dahinter steckt, die Hilfen zu verbessern, dann bringt mich das auch zum Heulen. Wie soll bei einer komplett falschen Erhebung eine logisch richtige Entscheidung getroffen werden?</p>
<p>Für gegenteilige Meinungen zum Thema bin ich sehr offen. Mir scheint nur, da waren wieder Menschen am Werk, die mit Sozialer Arbeit nicht viel zu tun haben. Es ist ja schön, wenn man irgendwie schauen möchte, wie die Arbeit in den ambulanten Hilfen verbessert werden kann oder wenn man gucken möchte, ob das Ganze überhaupt einem Lebewesen helfen kann. Nur bitte doch nicht so. Das ganze Verfahren erscheint mir wirklich daneben.</p>
<p>Es ist gruselig, wie da Massen von Leuten mit nichtsnutzigen Dingen beschäftigt werden. Und für solche Geschichten gibt es aber mal wieder besonders viel Geld in kürzester Zeit und eine große erzwungene Benutzerressonanz.</p>
<p>Bis bald!</p>
<p>electricOne</p>
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		<title>DU &amp; Ich und alle, die sich angesprochen fühlen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 16:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bumsfallera or FlashLight]]></category>
		<category><![CDATA[Ast]]></category>
		<category><![CDATA[Baum]]></category>
		<category><![CDATA[Ich & Du]]></category>
		<category><![CDATA[Misch]]></category>
		<category><![CDATA[Party]]></category>

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		<description><![CDATA[Du &#38; Ich sitzen auf einem Baum. Sie sitzen auf einem stabilen Baum, aber, aber eben auch zusammen auf einem angeknacksten Ast. Springt Ich runter? Springt Du runter? Hält der Ast sie beide aus? Warten sie es ab, bis es knackt und Ast ab? Und vielleicht brechen sie sich ja beide nur einen Finger? Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Du &amp; Ich</strong></p>
<p>sitzen auf einem Baum.</p>
<p>Sie sitzen auf einem stabilen Baum, aber, aber eben auch zusammen auf einem angeknacksten Ast. Springt<em> Ich</em> runter? Springt <em>Du</em> runter? Hält der Ast sie beide aus? Warten sie es ab, bis es knackt und Ast ab? Und vielleicht brechen sie sich ja beide nur einen Finger? Aber an- und aufgebrochen ist ja schon allemal etwas. Und manch einer hat sich auch schon das Genick gebrochen&#8230;</p>
<p>Du sagst: weiß</p>
<p>Ich sage: rot</p>
<p>Wir einigen uns auf rosa. Ich mag kein rosa. Und du? Ich dachte immer, du könntest dieses Misch auch nicht leiden.</p>
<p>Am nächsten Tag treffen sich <em>Ich</em> und <em>Er</em>. Oder war es <em>Sie</em>? Sie reden über <em>Du</em>. Und tendenziell sehen sie nur rot. Es gibt auch weiß, aber dann so richtig und klar. Rosa gibt es nicht, zumindest kein entschuldigendes rosa. Wie leicht es doch ist mit <em>Er</em> oder <em>Sie</em> über <em>Du</em> im klaren rot zu sprechen. Wieso konnte <em>Ich</em> das nicht mit <em>Du</em>?</p>
<p>Ich dachte immer, du könntest dieses Misch auch nicht leiden.</p>
<p>Der Unterschied ist wohl, hier waren nicht <em>Er</em> oder <em>Sie</em> oder alle <em>Es</em> zusammen gemeint. Denn dann werden weiß und rot unserem Scharfsinn entsprechend angemessen verteilt &#8211; manchmal wohlbemerkt auch etwas zu scharf &#8211; und mit dem watteweich von rosa geben wir uns doch nicht ab. Nun aber, du warst und bist gemeint. Und so bin auch ich gemeint. Und rosa steht uns nicht. &#8230;Klingt wie nach &#8216;ner anderen Farbe. Und nun ist&#8217;s zu nah?</p>
<p>Also schön, bleiben wir bei <em>Ich</em> und <em>Du</em>.</p>
<p><em>Ich</em> hat immer gemeint, dass <em>Ich</em> kein Blatt vor dem Mund nimmt. Eine in Kauf genommene Fehlwahrnehmung. Es ist Winter. Und auf dem angeknacksten Ast sind eh keine Blätter. Wie war es denn im Sommer oder im Frühling? Und <em>Du</em>? <em>Du</em> schaut nicht wirklich hin. Das kann <em>Du</em> nicht, das will <em>Du</em> nicht, das hält <em>Du </em>nicht aus. <em>Ich</em> sieht doch, dass <em>Du</em> sich heimlich ein rosa Kleid angezogen hat &#8230; für die nächste Party. Was ist nur los mit <em>Du</em>?</p>
<p>Ich weiß es nicht.</p>
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		<title>Self-Test II: frischer als Max&#8217;s Fragebogen</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 13:09:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>electricone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bumsfallera or FlashLight]]></category>
		<category><![CDATA[Spiel & Spass & Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Bestimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Empfindung]]></category>
		<category><![CDATA[Scène]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>

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		<description><![CDATA[Kategorie: Jetzt mal ICH und nicht die Strukturen und das Kapital 1) Warum möchtest du so gerne der Bestimmer sein? 2) Glaubst du, dass du dich wesentlich für das Leben deiner Mitmenschen interessierst? Und wenn ja, versuchst du dir ihre Bewegründe und Handlungen zu erklären und sprichst mit ihnen darüber? 3) Wofür schämst du dich? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kategorie: Jetzt mal ICH und nicht die Strukturen und das Kapital<br />
</strong></p>
<p>1) Warum möchtest du so gerne der Bestimmer sein?</p>
<p>2) Glaubst du, dass du dich wesentlich für das Leben deiner Mitmenschen interessierst?</p>
<p>Und wenn ja, versuchst du dir ihre Bewegründe und Handlungen zu erklären und sprichst mit ihnen darüber?</p>
<p>3) Wofür schämst du dich? Welche Funktion hat das Schamgefühl als Teil deiner Empfindsamkeit in deinem Leben?</p>
<p>4) Haben versteckte Empfindungen, wie Überheblichkeit, Machtspielchen  und Neid deinen Freunden gegenüber Platz?</p>
<p>Würdest du dies zugeben  können, wenn du auf eine bestimmte Situation, wo sich eine der  versteckten Emfpindungen für dein Gegenüber diffus gezeigt hat,  angesprochen würdest?</p>
<p>5) Was hieße es im Moment für dich, sich einen Ruck zu geben?</p>
<p>6) Kannst du dir vorstellen, dass die Welt sich nicht ändert, weil es dir schon schwer fällt, dich zu verändern?</p>
<p>&#8230;.<em>et peut-être je veux mourir sur scène</em></p>
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